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Das Online-Magazin von Andreas Helmut Erbel
INTERVIEW: MUSIK WAR IMMER MEINE THERAPIE
Frage: Andreas, wenn man auf die letzten Jahre blickt, fällt auf, dass unglaublich viele Alben entstanden sind. Woher kam diese enorme Kreativität?
Andreas: Ehrlich gesagt hätte ich mir manchmal gewünscht, weniger Inspiration zu haben. Die meisten Songs sind aus Erfahrungen entstanden, die ich niemandem wünsche. Musik war schon immer meine Therapie. Alles, was ich nicht aussprechen konnte, habe ich in Songs verarbeitet. Jedes Album erzählt ein Stück meiner Geschichte.
Frage: Du sprichst offen über deine Depression und den Klinikaufenthalt. War das der schwerste Abschnitt deines Lebens?
Andreas: Ja, ohne Zweifel. Es war eine Zeit, in der ich komplett den Boden unter den Füßen verloren hatte. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich Hilfe brauche. Der Aufenthalt in der Klinik war kein Zeichen von Schwäche, sondern der erste Schritt zurück ins Leben. Rückblickend war es eine wichtige Entscheidung.
Frage: Gleichzeitig musstest du mehrere schwere Verluste verkraften.
Andreas: Leider ja. Innerhalb weniger Jahre sind meine Mutter, mein Bruder, mein Onkel und auch mein geliebter Kater Max gestorben. Jeder dieser Abschiede hat Spuren hinterlassen. Manche Menschen unterschätzen, wie sehr auch ein Haustier Teil der Familie sein kann. All diese Verluste haben mich geprägt und finden sich in meiner Musik wieder.
Frage: Krisen verändern Menschen. Hat sich auch dein Blick auf andere verändert?
Andreas: Absolut. Die letzten Jahre waren für mich eine Zeit des Ausfilterns. Wenn es einem gut geht, sind viele Menschen da. Aber wenn man wirklich in einer Krise steckt, zeigt sich, wer ehrlich an deiner Seite bleibt. Ich habe familiäre Kontakte, unter anderem zu meinen Geschwistern, auf Eis gelegt oder ganz beendet. Es gab viele leere Worte, aber wenig Taten. Das tat weh, war aber letztlich notwendig.
Frage: Gab es Menschen, die dir in dieser Zeit besonders geholfen haben?
Andreas: Ja, und dafür werde ich immer dankbar sein. Mein Vater war eine unglaubliche Stütze.
Mein bester Freund Sascha M. war immer da – ohne Bedingungen, ohne große Worte, einfach mit echter Freundschaft.Außerdem gab es Freunde und einige Kollegen, die mir zugehört haben, wenn ich jemanden brauchte. Dieses Gefühl, nicht allein zu sein, hat mir enorm geholfen.
Frage: Glaubst du, dass deine Musik heute anders klingt als noch vor einigen Jahren?
Andreas: Definitiv. Die Musik ist ehrlicher geworden. Ich schreibe nicht, um jemandem zu gefallen. Ich schreibe das, was ich fühle. Schmerz, Wut, Hoffnung, Trauer – alles darf seinen Platz haben. Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich manche Menschen in meinen Songs wiederfinden.
Frage: Trotz aller Dunkelheit gab es aber auch positive Momente?
Andreas: Natürlich. Es gab schöne Begegnungen mit Menschen, die mir neue Kraft gegeben haben. Diese Momente zeigen einem, dass das Leben nicht nur aus Verlust besteht. Auch sie haben ihren Platz in meiner Musik gefunden. Es wäre falsch, nur die Dunkelheit zu sehen.
Frage: Was bedeutet Metal heute für Andreas Helmut Erbel?
Andreas: Metal ist für mich weit mehr als ein Musikstil. Es ist Ehrlichkeit, Leidenschaft und Zusammenhalt. Es ist der Ort, an dem ich alles loswerden kann, was mich bewegt. Solange ich Musik mache, werde ich immer einen Weg finden, mit dem Leben umzugehen – egal, wie schwer es manchmal wird.
Frage: Zum Schluss – gibt es Menschen, denen du an dieser Stelle etwas sagen möchtest?
Andreas: Ja. Ich möchte meinem Vater von Herzen danken. Meinem besten Freund Sascha M., der in den dunkelsten Stunden an meiner Seite geblieben ist. Meinen Freunden und den Kollegen, die mir mit einem offenen Ohr und ehrlicher Fürsorge geholfen haben. Ihr habt mir gezeigt, was echte Freundschaft bedeutet. Ohne euch wäre vieles deutlich schwerer gewesen.
Frage: Andreas, Dein Schlusswort?
Andreas: Ich möchte ein Film-Zitat los werden, welches ich sehr motivierend und positiv finde. Das Zitat stammt aus dem Film "Batman Begins" und lautet: "Warum fallen wir? Damit wir lernen können uns wieder aufzurappeln".
AUS DER ASCHE: EIN RÜCKBLICK
Es gibt Musiker, die schreiben Songs. Und es gibt Musiker, die ihr Leben vertonen. Die letzten Jahre waren für Andreas Helmut Erbel keine Phase – sie waren ein Überlebenskampf.
Während andere in Alben nur eine Sammlung von Songs sehen, steckt hinter seinen Veröffentlichungen weit mehr: Jede Platte ist ein Kapitel, jede Melodie ein Erinnerungsstück, jeder Text ein Stück Seele.
In den vergangenen Jahren entstand eine beeindruckende Anzahl neuer Alben/EP´s und Singles – geboren aus Momenten, die kaum schwerer hätten sein können.
Eine tiefe Depression führte schließlich bis in eine Klinik. Ein Punkt im Leben, an dem nichts mehr selbstverständlich war. Doch anstatt aufzugeben, wurde die Musik erneut zu dem, was sie schon immer gewesen ist: Therapie. Ventil. Rettungsanker.
Davor schon erlitt Erbel jedoch schwere Verluste. Der Tod der Mutter. Der Verlust des Bruders. Der Tod des Onkels. Und selbst der Abschied von seinem jahrelangem Begleiter, seinem Kater Max hinterließ eine Lücke, die Außenstehende vielleicht unterschätzen, Tierfreunde aber sofort verstehen. Jeder Verlust hinterließ Narben – und jede Narbe fand ihren Weg in neue Songs.
Doch Krisen zerstören nicht nur – sie legen auch die Wahrheit frei.
Die vergangenen Jahre waren eine Zeit des Ausfilterns. Menschen, die große Worte machten, verschwanden, als sie wirklich gebraucht wurden. Familiäre Beziehungen, unter anderem zu Geschwistern, wurden auf Eis gelegt oder schließlich ganz beendet.
Manchmal ist Distanz der einzige Weg, sich selbst zu schützen. Schmerzhaft – aber notwendig.
Gleichzeitig zeigte sich, wer wirklich da ist, wenn die Welt zusammenbricht. Erbels Vater blieb eine feste Stütze. Sein bester Freund Sascha M. war mehr als nur ein Freund – er war Zuhörer, Rückhalt und jemand, der nicht wegsah, wenn es dunkel wurde. Auch Freunde und einige Kollegen bewiesen, dass Mitgefühl nicht laut sein muss. Ein offenes Ohr, ehrliche Fürsorge und das Gefühl, nicht allein zu sein, können Leben verändern.
Vielleicht ist genau das der rote Faden, der sich durch seine Musik zieht: Ehrlichkeit. Keine künstlich erzeugte Dunkelheit, keine Pose. Sondern echtes Leben – mit all seinen Brüchen, Verlusten und seltenen Lichtblicken.
Denn trotz allem gab es auch schöne Begegnungen, neue Inspirationen und Momente, die daran erinnerten, dass selbst nach den dunkelsten Nächten wieder ein Morgen kommt. Diese Erfahrungen flossen ebenso in die Musik ein wie Wut, Trauer und Hoffnung.
Metal war für Andreas Helmut Erbel nie nur ein Musikstil. Metal war immer Ausdruck, Verarbeitung und Überlebensstrategie. Wo Worte im Alltag fehlten, entstanden Songs. Wo Tränen niemand sah, entstanden Alben. Und wo andere das Ende gesehen hätten, begann ein neuer kreativer Abschnitt.
Vielleicht liegt genau darin die größte Stärke seiner Musik: Sie ist nicht perfekt. Sie ist echt.
Zum Schluss richtet er seinen Dank an die Menschen, die ihn nicht aufgegeben haben: an seinen Vater, an seinen besten Freund Sascha M., an seine Freunde und an die Kollegen, die in einer der schwersten Zeiten seines Lebens einfach da waren. Ohne große Versprechen, sondern mit echter Menschlichkeit.
MY QUEENS: SINGLE MIT 2 NEUEN SONGS
Mit der Überraschungssingle My Queens setzt der Künstler einen emotionalen Schlusspunkt hinter die Ära von Preserved Memories of Gratitude & Tragedy. Die aus zwei Songs bestehende Veröffentlichung versteht sich nicht als bloße Zugabe, sondern als stimmige Erweiterung des Albums – musikalisch härter, aber inhaltlich stark am Album angelehnt.
Beide Stücke stehen für schöne Erinnerungen, Wertschätzung und die Menschen, die bleibende Spuren hinterlassen – Themen, die bereits das Album geprägt haben und hier ihren würdigen Abschluss finden.
My Queens ist weniger als klassischer Nachfolger zu verstehen, sondern vielmehr als Epilog: zwei neue Kompositionen, die die Thematik von Preserved Memories of Gratitude & Tragedy noch einmal aufgreifen und die kreative Phase mit einem persönlichen Dankeschön beschließen.
PRESERVED MEMORIES OF GRATITUDE & TRAGEDY: EHRLICH UND DANKBAR
Wer glaubt, Akustikgitarren stünden zwangsläufig für Lagerfeuerromantik, wird von Preserved Memories of Gratitude & Tragedy eines Besseren belehrt. Das zehn Song starke Konzeptalbum verbindet die Wucht klassischer Metal-Riffs mit der Intimität einer akustischen Instrumentierung. Powerchords, wie man sie sonst von verzerrten E-Gitarren kennt, treffen hier zumTeil auf filigranes Fingerpicking, orchestrale Streicher und ausdrucksstarke Pianopassagen – eine ungewöhnliche Mischung, die zwischen Zerbrechlichkeit und purer Kraft pendelt.
Inhaltlich ist das Album eine Reise durch Erinnerungen, Dankbarkeit und Liebe.
Jeder Song steht für Menschen, deren Begegnungen das Leben des Komponisten nachhaltig geprägt haben – Menschen, die Hoffnung schenkten, als sie am dringendsten gebraucht wurde.
Aus diesen Erfahrungen entsteht ein emotionales Gesamtwerk, das persönliche Geschichten erzählt, ohne sich in Pathos zu verlieren.
Preserved Memories of Gratitude & Tragedy ist kein gewöhnliches Akustikalbum und auch keine klassische Metal-Platte. Es bewegt sich zwischen beiden Welten und erschafft seinen eigenen Klangkosmos.
Statt auf technische Effekthascherei setzt das Album auf Atmosphäre, Komposition und Emotion – und beweist, dass selbst die Härte des Metal nicht zwingend aus verzerrten Gitarren entstehen muss, sondern vor allem aus starken Melodien und ehrlichem Ausdruck.
STATISTIK: EIN BLICK AUF DIE ZAHLEN
Wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines mit Dankbarkeit. Immer mehr Menschen haben den Weg auf meine Website gefunden, sich Zeit für meine Musik genommen und sich mit dem beschäftigt, was ich erschaffe. Das bedeutet mir weit mehr als jede Statistik.
Ich habe nie Musik gemacht, um möglichst schnell Aufmerksamkeit zu bekommen. Mein Ziel war und ist es, ehrliche Songs zu schreiben, die etwas auslösen – Musik, die Menschen begleitet, berührt oder zum Nachdenken anregt. Ich glaube daran, dass echte Verbindungen nicht über Nacht entstehen. Sie wachsen mit jedem Lied, jedem Hörer und jedem einzelnen Moment,
in dem jemand beschließt, wiederzukommen.
Deshalb sehe ich diese Entwicklung nicht als Ziel, sondern als Bestätigung, dass Ausdauer und Beständigkeit ihren Wert haben. Jeder kleine Fortschritt motiviert mich, weiter an meiner Musik zu arbeiten, neue Ideen umzusetzen und meinen eigenen Weg konsequent weiterzugehen – unabhängig von Trends oder kurzfristigen Erwartungen.
Mein Dank gilt allen, die meine Musik hören, meine Website besuchen. Eure Zeit ist das Wertvollste, was ihr schenken könnt, und ich weiß das sehr zu schätzen.
Ich freue mich auf alles, was noch vor mir liegt – neue Musik, neue Geschichten und viele weitere Menschen, die ich mit meinen Songs hoffentlich erreichen darf. Danke!